Über das Projekt

Herausgeber Wolf Stegemann

Bücher vergriffen – Neuauflage online

Die in den 1980er-Jahren von Dirk Hartwich und Wolf Stegemann herausgegebenen Bücher „Dorsten unterm Hakenkreuz“ sind vergriffen und nur noch in Antiquariaten erhältlich oder in der Dorstener Stadtbibliothek ausleihbar.

Da es inzwischen immer wieder Nachfragen, vor allem von Lehrerinnen und Lehrern gibt, ob und wann die Bücher neu aufgelegt werden,  soll diese hier erarbeitete Online-Version dem Informationsbedürfnis, mehr über die Zeit zwischen 1933 und 1945 zu erfahren, gerecht werden. Die Texte wurden zum Teil aktualisiert und neue Artikel und Dokumente hinzugefügt.

Spurensuche zwischen Hochmut und Angst, Schweigen und Verdrängen

Konkrete und anschauliche Erscheinungs­formen des Nationalsozialismus in Dorsten zu sammeln, das Schweigen und Verschwei­gen damaliger Zeitgenossen zu überwinden und bis in die Niederungen einer unbewältigten Vergangenheit vorzustoßen, stieß nicht immer auf Gegenliebe. Oft waren die Schnittpunkte brauner Ereignisgeschichte mit denen der persönlichen Lebensgeschichte identisch oder lagen nah beieinander. Es galt zu klären, wie dicht jene Rei­hen geschlossen waren, die das Regime zusammen zu zwingen sich bemühte. Dabei schälten sich verschiedene Bereiche des „Anführens“, des „Mitmachens“ und des „Mitlaufens“ heraus, der Nicht-Anpassung und der Abwehr. Wo also standen die Dorstener Bürger in den Jahren 1933 bis 1945, als sich der Teppich brauner Gleichschaltung immer dichter über die Stadt legte? Was wussten sie? Was mussten sie wissen? Was hat sie beeindruckt und geprägt? Was ist ihnen zugestoßen?

Das System, das von oben Druck auf die ausübte, die Druck nach unten weitergaben, ergriff alle: Kinder und Eltern, Jugendliche und Berufstätige, Hausfrauen und Rentner. Das System beanspruchte die Familie und Freizeit; es packte die Menschen auf der Straße, zu Hause und am Arbeitsplatz, es forderte das Denken und Handeln.

Nach 1945 wurde so ziemlich alles unter den lokalen Tep­pich gekehrt; die vergangenen uniformier­ten Jahre wurden „mit Anstand“ und Schweigen übergangen. Manch einer warf 1945 mit dem Hitler-Bild auch gleich Gesin­nung und Gedächtnis weg. So ist es Angst aus­lösend, wenn diese Zeit zurückgeholt und es deutlich wird, dass Hitler und seine Paladine die Verbrechen nicht allein be­gangen haben, sondern dass sie Mittäter und sie unterstützende Mitläufer hatten, überall – auch in Dorsten.

Die Veröffentlichungen blieben nicht ohne gewünschte und erhoffte Resonanz: Das „Jüdische Museum Westfalen“ wurde eröffnet, eine Reihe weiterer Bücher herausgegeben und Ausstellungen organisiert, Gedenktafeln an Friedhöfen und in der Stadt angebracht, „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die jüdischen Bürger gelegt, Kontakte mit Dorstener Juden überall in der Welt und vor allem in Israel aufgenommen.

Dem harten Kern der Forschungsgruppe „Dorsten unterm Hakenkreuz“ gehörten neben den bereits Genannten ständig oder zeitweise noch Elisabeth Cosanne-Schulte-Huxel, Sr. Johanna Eichmann, Anke Klapsing, Holger Steffe und Christel Winkel an. Gastautoren bereicherten die Publikationen.

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Wolf Stegemann, Dorsten, im April 2012

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